Geschichte

Schule in Marktbreit - einst und jetzt

Ihre Wurzel haben die Volksschulen Marktbreits in einer um 1500 erwähnten gemeindlichen Dorfschule. Daraus entwickelte sich um 1550 eine mehrklassige protestantische Gemeindeschule und parallel dazu ab 1695 eine 1-klassige katholische Gemeindeschule. In den Zeiten des Kulturkampfes schloss man 1878 die beiden Schulen zusammen, die aber 1885 wieder ihre Unabhängigkeit erreichten und sie bis 1936 bewahrten, wenn auch 1921 die Kirchen die Schulaufsicht an den Staat abgeben mussten. 1936 wurden dann die beiden Schule gleichgeschaltet, bis der Einmarsch der Amerikaner im April 1945 den Schulbetrieb beendete. Im Oktober 1945 nahmen dann wieder zwei Schulen den Unterricht  auf, 

eine katholische und eine       evangelische Volksschule.

Unter heftigen kulturkampfähnlichen Ereignissen erblickte am 1. August 1960 die christliche Gemeinschaftsschule Marktbreit das Licht der Welt, vor allem auf Kosten der evangelischen Bekenntnisschule, die dann nur noch auf dem Papier  bestand, da sich nicht genügend Eltern bei der Schulanmeldung für sie entschieden.

Zwei Volksschulen nur für die Schüler Marktbreit waren ein für Schüler und Lehrer vermeidbarer Nachteil. Deshalb meldeten die Eltern der kath. Bekenntnisschule zum 1. 8. 1967 unter Einverständnis des damaligen kath. Pfarrers Dr. Spielmann ihre Kinder an der chr. Gemeinschaftsschule an. Ein Jahr später wurden dann noch Segnitz und Obernbreit dem Schulsprengel zugeteilt. Mit der Schulreform und der Einführung des 9. Jahrgangs kamen die 9.Klässler aus folgenden Gemeinden dazu: Marktsteft, Michelfeld, Enheim, Martinsheim, Unterickelsheim, Gnötzheim, Wässerndorf. Die Zusammenführung der Schüler ging nicht ganz reibungslos, da man doch allerhand dorfnachbarschaftliche Vorurteile mitbrachte.

Zwei Jahre existierte dies Mischung aus Grund- und Hauptschule. Mit dem Schulbeginn 1971 trennte man schließlich - wie in vielen anderen Städten Bayerns auch - Grund- und Hauptschule. "Fräulein Heywang" wurde Rektorin der Grundschule, Herr Groß Rektor der Hauptschule.

 Das ist der Geburtstag der Hauptschule Marktbreit
 
Die neu gegründete Schule startete mit 8 Klassen. Zwei Jahre später wurden auch die 5. 8. Klassen aus den 10 Gemeinden der Hauptschule Marktbreit angegliedert, so dass sich die Klassenzahl beinahe verdoppelte. 1979 beorderte die Regierung dann noch die 7. - 9. Klassen aus Iffigheim, Seinsheim, Tiefenstockheim und stufenweise die Schüler aus dem durch die Gebietsreform annektierten Gnodstadt nach Marktbreit. Der Schulsprengel hatte seine heutigen Ausmaße erreicht.

Die Hauptschule hatte sich inzwischen auf über 500 Schülern vergrößert, mit Klassenstärken bis zu 56 Kindern. Die Raumnot war groß: Im alten Schloss,  im alten Lehrerwohnhaus, in den drei Marktbreiter Schulhäusern, in Martinsheim und in Segnitz waren Hauptschüler untergebracht. Die Differenzierung in den Fächern Englisch, Deutsch und Mathematik hatte die Klassen noch weiter geteilt. Die vielen Gruppen setzten ständig Lehrer und Schüler in Marktbreit zwischen den vielen Häusern in Bewegung.

Der scheidende Rektor Groß und der Marktbreiter Bürgermeister Karl Schubert starteten mit großem Schwung eine Schulbaukampagne, die durch eine geschickte und beredte Überzeugungsarbeit des Eltermbeiratsvorsitzenden Friedrich Iglhaut noch mehr Druck bekam, bis 1979 der Schulverband den Bau beschloss.

Der Neubau war eigentlich ein Umbau, denn die Eingangshalle, ein Klassenzimmer und ein Teil des Kellergeschosses blieben bestehen. 1982 war Baubeginn, 1985 Einzug in ein schönes, großzügiges Schulhaus.

Im Oktober 1988 wurden wir eine internationale Schule. In Begleitung von Erziehern des Schülerheims Marktbreit erschien eine kleine Schar Aussiedlerkinder. Die wenigsten konnten Deutsch. Fast alle stammten aus den früheren deutschen Ostgebieten, vor allem aus Ostoberschlesien. Noch im Laufe des Schuljahres wuchs die Zahl auf 50 an. In Eingliederungsklassen wurden die Schüler in die deutsche Sprache eingeführt. Dazu kamen bald Kriegsflüchtlinge, Kontingentflüchtlinge, z. B. boat -people aus Vietnam und sonstige Ausländer. In einer Klasse waren Schüler aus 12 Nationen vertreten. Über 5 Jahre herrschte ein Kommen und Gehen Nachdem der Staat die schulische Förderung der Aussiedlerkinder dezentralisiert hatte, wurden an unserer Schule die Eingliederungsklassen wieder aufgelöst. Die Schülerzahl ging auf unter 300 zurück.

Mit der Entscheidung der bayerischen Staatsregierung, die sechsklassige Realschule einzuführen, wird ein neuer Entwicklungsabschnitt unserer Schule eingeläutet, dessen Ausgang noch nicht abgesehen werden kann.


W. Scheuer